Epilepsiediagnostik

Neurologische Klinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Stefan Schwab

Epilepsiezentrum

Sprecher: OA Prof. Dr. med. Hajo Hamer

Fokuslokalisation

Darunter versteht man eine diagnostische Vorgehensweise, deren Zweck die Lokalisation eines epileptischen Herdes (Fokus) ist; es soll also untersucht werden, von welcher Stelle im Gehirn die epileptischen Anfälle ihren Ursprung nehmen.

Gemäß internationaler Übereinkunft gehören dazu:

Video-EEG-Monitoring
Der Patient wird auf der Monitoring-Einheit kontinuierlich mit Kameras überwacht, sodass sein Verhalten mit dem gleichzeitig aufgenommenen EEG in Bezug gesetzt werden kann. Auf dem Bildschirm sieht der Arzt auf der einen Seite den Patienten, auf der anderen zeitgleich das EEG. Beides wird zusammen digital aufgezeichnet.
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Bildgebende Verfahren
Hochauflösende Bildgebung hilft, den Ort der Anfallsentstehung zu finden. Die Technik, strukturell z.B. Kernspintomografie) wie funktionell (z.B. Positronenemissionstomografie) macht enorme Fortschritte. Das Epilepsiezentrum Erlangen kann hierbei auf modernste Geräte zurückgreifen. mehr...

Neuropsychologie
Epilepsiepatienten haben oft auch kognitive Funktionsstörungen. Psychologische Tests ermöglichen Rückschlüsse auf den Entstehungsort der Epilepsie.
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Wada-Test
Ist ein operatver Eingriff geplant, so liefert der Wada-Test wichtige Informationen, inwiefern ein Risiko besteht , daß sich Gedächtnis und Sprache verschlechtern, und wie der Eingriff zu planen ist, um dieses Risiko zu minimieren.
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Das Ziel der Lokalisationsdiagnostik besteht in der Behandlung pharmakoresistenter Epilepsien durch Maßnahmen der Epilepsiechirurgie.
Eine solche resektive Therapie ist möglich, wenn es sich um eine unifokale Epilepsie handelt; d.h., daß nur ein epileptischer Herd für das Anfallsgeschehen verantwortlich ist. Der Fokus darf nicht in einem funktionell wichtigen Zentrum des Gehirns (z. B. im Sprachzentrum) liegen und er muß für den Neurochirurgen zugänglich sein.

Die prächirurgische Diagnostik ist ein langer Prozeß, welcher sich über Wochen und Monate erstrecken kann. Nach erfolgter Operation schließt sich ihr die Nachsorge an.

Diagnostischer Ablauf

Aus der ambulanten Behandlung kommend, übernehmen wir potentiell für eine epilepsiechirugische Maßnahme geeignete Patienten in die stationäre Diagnostik. Hier erfolgt das Monitoring, d.h. das Patientenverhalten wird mit einer Videokamera aufgezeichnet und die Hirnströme gleichzeitig mittels äußerlich auf die Kopfhaut aufgeklebter EEG-Elektroden gemessen.

Noch im gleichen Klinikaufenthalt schließen sich weitere diagnostische Maßnahmen an. Darunter fällt in jedem Fall eine ausführliche neuropsychologische Testung, und, falls noch nicht geschehen, eine hochauflösende Kernspintomographie des Gehirns.

Je nach Bedarf kommen zusätzliche bildgebende Verfahren zum Einsatz.
Funktionelle Testungen wie der Wada-Test und das MEG, ein Diagnosegerät, über das nur wenige Kliniken Europas verfügen, gehören ebenfalls in diesen Diagnostikabschnitt.

Führt all dies zu noch unzureichenden Erkenntnissen, so wird ein invasives Video-EEG-Monitoring durchgeführt. Dabei werden EEG-Elektroden operativ unter den Schädelknochen auf die Gehirnoberfläche aufgebracht (implantiert).
Eine endgütige Entscheidung, ob und ggf. welche Methoden der Epilepsiechirurgie zur Therapie geeignet sind, kann erst nach Abschluß aller erforderlichen diagnostischen Maßnahmen getroffen werden. Dies geschieht in der interdisziplinären Konferenz, in der Mediziner aller relevanten Fachgebiete und Psychologen die Befunde diskutieren.

 
 
 
 
 
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Zusammenfassung